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Ausstellung "Neapel - Bochum - Rimini"

Vom  9. März bis 2. April 2006 präsentiert das Kulturreferat München in der Pasinger Fabrik die Ausstellung "Neapel-Bochum-Rimini".  Anlass ist das 50-jährige Jubiläum des 1955 zwischen Deutschland und Italien geschlossenen Anwerbeabkommens. Zu der Ausstellung gibt es eine Filmreihe über italienische Emigranten im Filmmuseum des Stadtmusems  und ein kulturelles Rahmenprogramm in der Pasinger Fabrik von Lesungen über Kabarett und Commedia dell' arte bis zu Italo-Pop, mit Francesca de Martin, Narrattak, den No Goods und einigen anderen spannenden Künstlern.

Pizza, Capuccino, Stracciatella und Pasta. Ohne Italien wäre ein Leben in Deutschland schwer. Vor allem weil da noch Sole und Amore stehen. Die vermeintliche Leichtigkeit des mediterranen Lebens hat die Deutschen schon sehr früh gelockt. Goethe quittierte 1786 seine Ankunft in Rovereto: „Es macht schon hier niemand mehr die Thüren zu, die Fenster stehen immer offen. Es hat kein Mensch Stiefeln an, kein Tuch Rock zu sehen. Ich komme recht wie ein nordischer Bär vom Gebirge.“ Wie kamen aber die Italiener, die die Alpen überquerten mit den nordischen Bären klar? Die Ausstellung „Neapel – Bochum – Rimini, italienische Zuwanderung und deutsche Italiensehnsucht“ gewährt Einblick in das Verhältnis zwischen Gast und Gastgeber während des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg.
Das Kulturreferat der Landeshauptstadt München holt die vom Westfälischen Industriemuseum Dortmund konzipierte Wanderausstellung in die Pasinger Fabrik.
Anlass der Ausstellung ist das 50jährige Jubiläum des 1955 abgeschlossenen Anwerbeabkommens zwischen Deutschland und Italien. Die junge Bundesrepublik brauchte für den Wiederaufbau des Landes Arbeitskräfte, die italienische Regierung suchte nach Beschäftigung für die aus dem Süden des Landes nach Norden drängenden und Arbeit suchenden Landsleute. Eine „vita nuova“ (neues Leben) in Germania Occidentale versprachen die Plakate deutscher Industrieverbände.
Die meisten Italiener kehrten später zurück in die Heimat, nachdem sie entweder genug Geld gespart hatten, um zuhause neu anzufangen, oder nachdem sie festgestellt hatten, dass das neue Leben nicht so rosig war. Viele blieben aber hier und wurden zu einem wichtigen Bestandteil der in Deutschland lebenden Bevölkerung, auch wenn sie sich nicht immer ganz integrieren konnten oder wollten.

Donnerstag, 9. März 2006 Galerie 1 - 19 Uhr – Eintritt frei Eröffnung der Ausstellung „Neapel – Bochum – Rimini“ Italienische Zuwanderung und deutsche Italiensehnsucht Grußworte: Stadträtin Fiorenza Colonnella . Einführung durch Dietmar Osses, Museumsleiter Zeche Hannover/Westfälisches Industriemuseum Dortmund

Donnerstag, 9. März 2006 Wagenhalle – 20.15 Uhr – Eintritt frei Neapolitanische Canzone: Giuseppe Del Duca & Jazz Napoli Giuseppe Del Duca ist Tenor. Und er ist Neapolitaner. Weshalb die neapolitanischen Canzone ihm natürlich besonders am Herzen liegen. Gemeinsam mit Jazz Napoli, dem u.a. Alessandro de Santis angehört, trägt er vor allem Canzone der Nachkriegszeit wie „Anema e core“ oder „Luna rossa“ vor. Lieder, die auch ein Spiegelbild der Emigration präsentieren. Schließlich sind zwei Millionen Neapolitaner allein zwischen 1945 und 1960 ausgewandert – „mit diesen Liedern auf den Lippen und im Herzen.“, wie del Duca sagt.

Freitag, 10. März 2006 Wagenhalle – 20.15 Uhr – Eintritt 10 Euro Italopop: I Dolci Signori, anschl. DJ Armando Italien – das ist Sonne, Pasta und natürlich Musik. Inbrünstig, so sagt man, singen dort nicht nur die Gondolieri. Auch I Dolci Signori (Die süßen Herren) haben die Musik im Blut. Inspiriert von den schönsten Liedern von Celentano bis Zucchero, von Ramazzotti bis Jovanotti bringen sie Italien zum Mitsingen, Tanzen und mentalen Sonnen in die Wagenhalle. www.italo-pop.de

Samstag , 18. März 2006 Säulenhalle – 20.15 Uhr – Eintritt 10 Euro A Capella: QuartettoMaNonTroppo Quartett aber nicht zuviel – so nennen sich vier Sängerinnen und Sänger aus Münchens Partnerstadt Verona, die neben wunderbaren Stimmen auch eine ganze Menge Humor haben. „Ambarabà“ heißt ihr aktuelles Programm voller Ironie, Gags und natürlich Musik von Händel bis „Besame Mucho“, von Bach über „Nel blu dipinto di blu“ bis zum Kinderreim “Ambarabàciccicoccò tre civette sul comò”. www.quartettomanontroppo.it

Sonntag, 19. März 2006 Wagenhalle – 20.15 Uhr – Eintritt 10 Euro Kabarett: Francesca de Martin – „Aufmarsch der Itaker“ Wie war das damals eigentlich, als Deutschland Wirtschaftseldorado war, Italiener zumArbeiten anreisten, in deutschen Kneipen verpönt waren und Knoblauch den Deutschen ein Grauen? Ganz genau hat sich Francesca de Martin mit den 60er und 70er Jahren beschäftigt, recherchiert und zahlreiche Interviews geführt. Was sie dabei an Geschichten über die „Spaghettifresser“ erfahren hat, hat sie mit Bildern und Dokumenten zu einem interessanten, lustigen und authentischen Programm zusammengestellt. Jenseits von Pizza und Italiensehnsucht. www.francesca-de-martin.de

Dienstag, 21. März 2006 Wagenhalle – 20.15 Uhr – Eintritt 10 Euro Italo-Rock: Corpus Delicti, anschl. DJ Armando Drei Italiener fernab der Heimat – klar, dass ihnen irgendwann die langen Winter auf die Nerven gingen. Ihr Rezept gegen den Frust: Musik. Gemeinsam mit Drummer Christof Mahler als „Quotendeutschem“ bringen Sänger Angelo Arcifa und seine Mannen Sound von Eros Ramazzotti bis Vasco Rossi und noch einiges mehr auf die Bühne. Damit auch alle vor der Bühne die Winterdepression hinter sich lassen. www.corpus-delicti.net

Mittwoch, 22. März 2006 Wagenhalle – 20.15 Uhr – Eintritt 10 Euro Film & Konzert: No Goods – „Rimini – Sendling – Hasenbergl“ Gelegentlich sieht man die No Goods in Begleitung von Funny van Dannen, sie teilen mit ihm diese Liebe für durchtriebene Naivität, die jeden Moment umschlagen kann. Musikalisch zwischen und auf allen Stühlen, vom Landler bis zum Swing, vom Punk zur Elektronik zauberten sie das Projekt „Rimini – Sendling – Hasenbergl – Willkommen in Europa“. CD und Film zugleich über die Pilgerfahrt „zweier Wegelagerer und Intellektueller“, Petro und Gerardo, die am Strand von Rimini zu Fuß losziehen, um einen italienischen Gastarbeiter im Hasenbergl zu besuchen.

Freitag, 24. März 2006 Säulenhalle – 20.15 Uhr – Eintritt 6 Euro Narrative Lesung: Gino Chiellino „Eigentlich hätte ich gar nicht geglaubt, dass es Dichter wie Gino Chiellino überhaupt geben kann“, sagte Erich Fried, als er dem Dozenten, Lyriker, Schriftsteller und Herausgeber 1987 den Adelbert von Chamisso-Preis überreichte. „Dichter, die gültige Verse in einer Sprache schreiben, die nicht ihre Muttersprache ist.“ Genau das ist aber die Passion des Sohnes einer kalabresischen Familie, der 1970 nach Deutschland kam und Italienistik studierte. Chiellino gehört zu den wenigen Literaturwissenschaftlern, die sich mit der Ästhetik der Literatur der Migration in Deutschland befasst haben. Zuletzt brachte er die Anthologie „Es gab einmal die Alpen“ heraus.

Dienstag, 28. März 2006 Kleine Bühne – 20.15 Uhr – Eintritt 10 Euro Commedia dell’arte: Narrattak „Ludowig e Rosalind“ Commedia dell’arte - diese Form des Theaters ist alt und doch immer wieder neu. Gleich zweisprachig (und auch für Deutsche komplett verständlich) präsentiert das deutsche Theater Narrattak aus Essen sich mit „Ludowig e Rosalind“. Die pralle Lust, die Improvisation gepaart mit genau choreographierten Elementen, die Situationskomik und natürlich die klassischen Personen von Arlecchino bis Signor Pantalone (der diesmal gar nichts von der Liebe zwischen Rosalind und Ludowig hält) sorgten schon 2005 bei der Premiere im Rahmen des italienischen Commedia dell’arte-Festivals „L’improvvisa“ für Begeisterung. www.narrattak.de

Mittwoch, 29. März 2006 Kleine Bühne – 20.15 Uhr – Eintritt 10 Euro Musik-Comedy: Jashgawronsky Brothers Glaubt man ihrer Internet-Seite, sind sie Armenier. Brüder – und alle einzeln ausgesetzt vor einem und demselben Waisenhaus. Sicher ist, dass sie in Verona leben. Und dass sie Musik und Comedy zu einer unglaublichen Mischung verschmelzen. Auf unglaublichen Instrumenten, mit unglaublichem Humor und als Incredible Jashgawronsky Brothers. So unglaublich, dass sie dafür schon internationale Preise einheimsen konnten. www.jashgawronsky.com

 

 
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18.11.2019

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